Wenn wir uns Zeit nehmen zu reflektieren, was westliche und östliche Philosophen gedacht und getan haben, wird sich unser Bild vom Dasein verändern und wir werden viele Rückschlüsse auf unser eigenes Leben werfen. Die Ideen von Menschen, die intensiv über die grundlegenden Fragen des Lebens nachgedacht haben, sind wichtig, weil sie uns selbst zu eigenen Gedanken anregen. 

Diese Denker (von l.n.r.: Erasmus von Rotterdam, Martin Luther, Leibnitz, Voltaire, Rousseau, Kant, Hegel, Darwin, Marx, Nietzsche, Freud, Einstein, Descartes, Pascal, Spinoza, Newton, Leibnitz, Platon und Aristoteles) waren wohl keine Karatekas, aber ihr Denken und Wirken hatte grossen Einfluss auf viele Meister des Budo (Judo, Aikido, Kendo, Kyudo, Karatedo). Sie hätten sich alle prächtig in diesem japanischen Schloss unterhalten. Alles in Frage gestellt, alles verworfen, immer wieder von Neuem gedacht.

 

 

 

 

 

 

 

 

Bedeutend für das ethische Verständnis ist vor allem das Werk von Immanuel Kant (1924-1804). Dieser stellte die vier Grundfragen der Philosophie: 1) Was kann ich wissen, 2) Was soll ich tun, 3) Was darf ich hoffen, 4) Was ist der Mensch? Sein Werk „Die Kritik der reinen Vernunft“ revolutionierte die abendländische Philosophie. „Kritik“ so Kant, hat nichts mit „Kritisieren“ zu tun. Es hat die Bedeutung „Untersuchung“. Unter der „reinen Vernunft“ versteht Kant die Vernunft, die nicht auf Erfahrungen, sondern auf Prinzipien vor der Erfahrung aufbaut. Der menschliche Geist, so Kant, ist kein passives Aufnahmegerät für die Sinneserfahrungen, sondern „konstruiert“ die Welt – der Mensch selbst ist Urheber seiner Welt. In einer weiteren Kritik (also Analyse), der Kritik der praktischen Vernunft, zeigt Kant die Folgen für das praktische Handeln: Es ist nicht vorgegeben was „gut“ und „böse“ ist, sondern der Mensch muss selbstbestimmt seine Handlungsgrundsätze (Maximen) nach vernünftiger Einsicht richten. Dabei gelangt Kant zum „kategorischen Imperativ“, der besagt: „Handle nur nach derjenigen Maxime, von der du auch wollen kannst, das sie zum allgemeinen Gesetz wird„.